15.
November 2006
Erklärung des Niedersächsischen Bildungsbündnisses
"Schluss mit der Vogel-Strauss-Politik"
Jetzt muss die öffentliche Diskussion um eine zukunftsfähige Schule beginnen!
Das Niedersächsische Bildungsbündnis fordert Kultusminister Busemann angesichts der aktuellen Entwicklung auf, mit den Bildungsorganisationen, Eltern und Parteien eine offene Diskussion über die Zukunft der niedersächsischen Schulen zu führen. Der richtige Zeitpunkt sei vor den Wahlen und nicht danach.
Mitglieder des Bündnisses sind folgende Verbände und Organisationen:
Gemeinsam lernen - Gemeinsam leben, Gemeinnützige Gesellschaft Gesamtschule, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Grundschulverband, Verband Bildung und Erziehung, Verband Sonderpädagogik.
Ziel der Bildungspolitik müsse es sein, Bedingungen zu schaffen, die es ermöglichten, jede Schülerin und jeden Schüler optimal zu fördern. Auch Kultusminister Busemann proklamiere das Ziel der bestmöglichen individuellen Förderung für jede Schülerin und jeden Schüler.
Die institutionellen und finanziellen Rahmenbedingungen stünden der Realisierung dieses pädagogischen Postulats derzeit entgegen. Darum müssten die Weichen der Schulpolitik in eine andere Richtung gestellt werden.
Die Personalausstattung sei zu gering, um die notwendigen pädagogischen Arbeitsbedingungen zu ermöglichen. Die Klassengrößen insbesondere in Realschulen, Gymnasien und Gesamtschulen, auch an vielen Grundschulen seien zu hoch.
Das Bildungsbündnis appelliert an den Kultusminister und alle Parteien des Landtages, in dieser und der kommenden Legislaturperiode den vorgesehenen Abbau und die Zweckentfremdung der Lehrerstellen zu beenden. Spätere Rückgänge der Schülerzehlen in allen Schulstufen müssten für die Verbesserung der individuellen Förderung der Schülerinnen und Schüler verwendet werden. Dies sehe auch die gerade getroffene Vereinbarung der Kultusministerkonferenz mit den Lehrerverbänden und der GEW vor.
Das Bündnis fordert auch Entscheidungen, die den Aufbau einer finanziell, personell und organisatorisch leistungsfähigen Fort- und Weiterbildung sowie eines Unterstützungssystems für die Schulentwicklung ermöglichten.
Jetzt müsse ein offener Dialog über eine neue Schulstruktur begonnen werden. Diese müsse auch bei einer verringerten Zahl von Schülerinnen und Schülern eine wohnortnahe Schule gewährleisten. Sie solle die frühe Aufteilung in die getrennten Bildungsgänge beenden und ein gemeinsames Lernen von der 1. Klasse bis zum Ende der Sekundarstufe I ermöglichen.
Erklärung ist hier als
PDF-Datei verfügbar
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