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Archiv
Anlässlich der heutigen Regierungserklärung von Wissenschaftsminister Lutz Stratmann fordert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft die Landesregierung auf, im Rahmen der Haushaltsberatungen für 2007 sowie der mittelfristigen Finanzplanung ein Ausbauprogramm für Studienplätze an den Hochschulen in Niedersachsen aufzulegen. Nur so kann ein Desaster verhindert werden, wenn auf Grund der Schulzeitverkürzung im Jahr 2011 ca. 67.700 Schülerinnen und Schüler das Abitur absolvieren und ein Studium aufnehmen wollen. Überdies prognostiziert die Kultusministerkonferenz für Niedersachsen, dass bereits die Zahl der Schulabgängerinnen und Schulabgänger bis 2010 um gut ein Viertel steigen wird. „Der Sinn der Schulzeitverkürzung kann doch nicht sein, dass die Abiturientinnen und Abiturienten – nachdem sie ein Jahr schneller ihre Hochschulreife erworben haben – dieses Jahr durch Warten auf einen Studienplatz wieder verlieren“ erklärte Sabine Kiel, stellvertretende Vorsitzende der GEW Niedersachsen. „Um die steigenden Studierendenzahlen zu bewältigen und die Studierendenquote vor allem in Niedersachsen zu steigern, muss unverzüglich mit der Kapazitätsausweitung und Schaffung von neuen Studienplätzen begonnen werden.“ Die GEW bemängelt die bisherige Konzeptlosigkeit der Landesregierung beim Hochschul- bzw. Studienplatzausbau. Statt ein Zukunftsprogramm für die Hochschulen in Niedersachsen aufzulegen, hat die Landesregierung mit ihrem Hochschuloptimierungskonzept bislang Studienplätze massiv abgebaut, die nun wiederum auf Grund der gestiegenen Zahlen der Studierberechtigten fehlen. Anstatt zu handeln und ausreichend Studienplätze zu schaffen, gibt sich der Wissenschaftsminister in seiner heutigen Regierungserklärung zufrieden mit seinen hochschulpolitischen Aktivitäten. „Die GEW ist enttäuscht über so wenig Bereitschaft seitens der Landesregierung sich mit den aktuellen, drängenden Problemen an den niedersächsischen Hochschulen auseinander zu setzen“, so Kiel, „die unzureichende Ausstattung an den Hochschulen sowie der Druck, die Studienabschlüsse auf BA und MA umzustellen, müssen mal wieder Studierende und Hochschulbeschäftigte aushalten, während die Landesregierung tatenlos zuschaut.“ Die GEW fordert mehr und bessere Studienplätze in Niedersachsen sowie die sofortige Rücknahme der allgemeinen Studienbeiträge von 500 Euro, da sie abschreckend auf Studierwillige wirken. So haben sich in Niedersachsen nicht mehr, sondern weniger Studierende für ein Studium eingeschrieben.
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