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Senioren



Oktober 2007
SeniorInnen unterwegs

Mit Musik geht alles besser …

Mitte Oktober trafen sich fast vierzig Seniorinnen und Senioren der Kreisverbände Aurich und Norden zu Ihrer alljährlichen Herbstveranstaltung. Natürlich standen zunächst gewerkschaftliche Informationen und der kollegiale Austausch im Vordergrund. Dann wandte man sich aber schnell den geladenen Künstlern zu. Ulli Becker als Rezitator und Sänger und Hans-Hermann Fischer am Piano machten mit ihrem musikalisch-literarischen Kabarett den Nachmittag nicht nur unterhaltsam, sondern forderten die Zuhörer auch gedanklich heraus. „Verstehen Sie mich, oder können Sie mich bloß hören?“





Kabarett, die Kunst des kleinen Mannes, entpuppte sich schnell als ein bunter Strauß von Liedern und lustig-ernsten Texten von Ringelnatz, Kästner, Tucholsky, Gründgens und vielen anderen. Dabei wurde kein Thema ausgenommen. So philosophierte Ulli Becker über den Unterschied von Arbeitgebern und Arbeitnehmern und folgerte: „Würde der Arbeiter etwas unternehmen, müsste der Arbeitgeber bald wieder arbeiten!“ Der hervorragend rezitierte „Zauberlehrling“ von Goethe wechselte sich ab mit feinsinnigen Texten wie z. B. von Erich Kästner:

Es läuten die Glocken

Wenn im Turm die Glocken läuten,
kann das vielerlei bedeuten.

Erstens: dass ein Festtag ist.
Dann: dass du geboren bist.
Drittens: dass dich jemand liebt.
Viertens: dass dich's nicht mehr gibt.

Kurz und gut, das Glockenläuten
Hat nur wenig zu bedeuten.



In wechselnden Kostümen entführte Ulli Becker die Zuhörer in eine Welt zwischen Illusion und Realität, manchmal laut, witzig und direkt, manchmal leise, nachdenklich und hintergründig, immer gekonnt untermalt von Hans-Hermann Fischer am Piano. Sein kabarettistisches Talent stellte Ulli Becker auch mit eigenen Texten wie folgendem gekonnt unter Beweis:


Die Zeugung

Eine Zeugung
ohne Überzeugung von der Richtigkeit des eigenen Handelns,
kann man nur als den Ausdruck
der persönlichen Lustbarkeit ohne jegliche Verantwortung
für das Produkt der eigenen Nichtigkeit sehen.



Nach gut zwei Stunden gab es für die beiden Künstler reichlichen Beifall von zufriedenen und gut gelaunten Seniorinnen und Senioren.

Herbert Czekir

 

 

 





 





 


   
   
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