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Archiv
Protest: Einführung des Turbo-Abiturs spiegelt nicht den Elternwillen wider Der einjährige unermüdliche Einsatz der Elternvertreter für eine IGS in Marienhafe hat sich gelohnt. Dieser Meinung ist der Gemeindeelternrat Brookmerland. Als Initialzündung für die Elterninitiative im Brookmerland gilt der 19. Februar 2008, als auf einer u.a. von der GEW organisierten Informationsveranstaltung das integrative Schulwesen vorgestellt wurde. Innerhalb eines Jahres haben die Eltern im Brookmerland daraufhin eine Integrierte Gesamtschule für ihre Kinder erkämpft. Nachdem im Frühjahr 2008 eine durch den Gemeindeelternrat koordinierte Elternbefragung eine 95%ige Zustimmung zur Einrichtung einer Gesamtschule in Marienhafe aufzeigte, wurde dieser Elternwille im Spätherbst bei einer durch die Schulgesetzesnovelle notwendig gewordenen zweiten Elternabfrage durch den Landkreis bestätigt. Die Eltern haben Verantwortungsbewusstsein gezeigt und eine richtungsweisende Entscheidung für das Schulwesen im gesamten Landkreis Aurich getroffen. Ohne den eindeutigen Elternwillen und die Hilfe der Befürworter einer IGS wäre es nicht möglich gewesen, dass die IGS Marienhafe bereits im August 2009 ihren Betrieb aufnehmen kann. Großer Dank gebührt der Planungsgruppe zur Einrichtung der IGS Marienhafe, die bereits im Vorfeld der Genehmigung mit der Arbeit begann und nun mit Hochdruck weiter daran arbeitet, einen reibungslosen Start hinzulegen. Bereits Ende Mai können die Kinder angemeldet werden und nach den Sommerferien die IGS Marienhafe besuchen. Traurig stimmt die Eltern das Bestreben der CDU/FDP-Landesregierung auch an den Integrierten Gesamtschulen das Turbo-Abitur einzuführen. Zur Zeit führen niedersächsische Gesamtschulen wie in anderen Bundesländern in neun Jahren zur Hochschulreife. Das umstrittene Turbo-Abitur (G8) hat seit seiner Einführung zu stark gestiegenen Anmeldezahlen an Gesamtschulen in Niedersachsen geführt, obwohl schon vorher nicht genügend Plätze vorhanden waren. Dies zeigt, dass sehr viele Eltern und Kinder die frühe Trennung mit Festlegung des Bildungsganges und das Turbo-Abitur ablehnen. Die Eltern wollen stattdessen ein möglichst langes gemeinsames Lernen, mehr individuelle Förderung und mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem, was ja auch die OECD in ihren internationalen Leistungsvergleichen für Deutschland wiederholt angemahnt hat. Je durchlässiger ein Schulsystem ist, desto besser gelingt es, die Zahl der Wiederholer, Schulverweigerer und Schulversager zu verringern und höherwertige Abschlüsse zu ermöglichen. Dabei gilt: Vom Bildungserfolg profitiert nicht nur der Einzelne, sondern die ganze Gesellschaft. Mit ihren „Reformen“ verschärft die Niedersächsische Landesregierung die bereits bestehende soziale Auslese im Bildungssystem noch weiter. Gesamtschulen sollen so gezwungen werden, bereits in der Sekundarstufe I einen gymnasialen Zweig einzurichten, d.h. auch an Gesamtschulen soll eine frühzeitige Auslese und Aufteilung stattfinden.
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